Hepatitis

Hepatitis ist eine weltweit verbreitete Leberentzündung, die verschiedene Gründe haben kann. Ursächlich kann z. B. die Ansteckung mit Hepatitis-Viren sein, aber auch Alkoholmissbrauch. Da die Übertragungswege des Aids-Auslösers HIV und der Virus-Hepatitis ähnlich sind, befassen sich viele Aids-Hilfen auch intensiv mit dieser Erkrankung - nicht zuletzt, weil es häufig zu Doppelinfektionen kommt und die Folgen einer Hepatitis nur allzu oft unterschätzt werden.

Die verschiedenen Virus-Hepatitiden werden mit den Buchstaben A bis G bezeichnet. Die Symptomatiken sind sehr unterschiedlich: Sie reichen von völliger Symptomlosigkeit über grippeähnliche Krankheitsanzeichen wie Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit bis hin zur Gelbsucht (Ikterus), einhergehend mit dunkel gefärbten Urin und gelber Haut. Sehr selten kommt es zu akutem Leberversagen. Eine Hepatitis kann chronisch oder akut verlaufen. Während die akute Form nach etwa zwei Monaten nachgelassen kann, ist bei einer chronischen Erkrankung das Risiko eines dauerhaften Leberschadens durch Leberzirrhose und Leberkrebs gegeben.

Hepatitis A

Der Hepatitis A-Virus wird fäkal-oral übertragen, meist durch kontaminierte Nahrungsmittel wie rohe Muscheln oder unzureichend gewaschene Salate. Auch bei anal-oralen Sexpraktiken ist eine Übertragung möglich. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis acht Wochen kommt es zu grippeähnliche Beschwerden, die aber nach einigen Wochen völlig abklingen. Chronisch kann diese Form der Hepatitis nicht werden. Die Betroffenen sind nach einer Infektion lebenslang immun.

Für die Hepatitis A gibt es keine spezielle Behandlung. Aufgrund der eingeschränkten Leberfunktion sollte jedoch auf den Genuss von Alkohol sowie auf leberschädigende Medikamente verzichtet werden.

Es besteht die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen. Die Impfung bietet bei Reisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard besten Schutz. Ihre Wirkung hält etwa zehn Jahre an.

Hepatitis B

Der auslösende Erreger wird ausschließlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, Blutaustausch und von der Mutter auf das Kind während der Geburt übertragen. Die Inkubationszeit kann bis zu einem halben Jahr betragen, wobei die akute Infektion oft ohne größere Beschwerden verläuft, während die chronische Hepatitis B zu einem bleibenden Leberschaden durch Leberzirrhose oder Leberkrebs führen kann. Besonders bei HIV-Positiven mit einer fortgeschrittenen Immunschwäche entwickelt sich die Hepatitis häufig chronisch.

Behandelt wird die chronische Form z. Zt. mit Interferon, einem im menschlichen Körper natürlich vorkommenden Botenstoff, der die Virusvermehrung hemmt und die Immunantwort stärkt. Der Erfolg der Behandlung liegt bei etwa 40 Prozent.

Auch der Hepatitis B kann durch Impfung vorgebeugt werden. Sie bietet Menschen mit einwandfreiem Immunsystem Schutz für mehr als zehn Jahre, bei HIV-Positiven kann die Wirksamkeit der Impfung beeinträchtigt sein.

Hepatitis C

Der Hepatitis C-Virus kann ebenso wie HIV durch den direkten Austausch von Blutbestandteilen zu einer Infektion führen. Auf diesem Weg infizieren sich gerade DrogengebraucherInnen sehr oft. Da HCV erst Ende der 80er Jahre entdeckt worden ist, können noch nicht alle Übertragungswege restlos geklärt werden. Fraglich ist die Übertragung des Virus beim Geschlechtsverkehr. Man nimmt an, dass die alleinige Vermischung von Körperflüssigkeiten (Vaginalsekret, Sperma) nicht ausreicht, um eine Infektion zu verursachen, sondern dass es zu Schleimhauteinrissen bei beiden Partnern kommen muss. Die Hepatitis C ist die schwerwiegendste Form der viralen Lebererkrankung, denn die meisten Infektionen werden chronisch und diese wiederum führen oft zu Organschäden.

Seit 2014 stehen neue Substanzen, jenseits des häufig schlecht vertragenen Interferons, zur Behandlung zur Verfügung. 2015 sind weitere Präparate dazu gekommen. Dies wird sich in den nächsten Jahren noch fortsetzen. Die neue Therapie ist nebenwirkungsärmer, einfach einzunehmen, und deutlich erfolgreicher - das Ziel der Heilung gelingt mittlerweile bei über 95 Prozent der Patienten!

Eine Impfung gegen Hepatitis C ist derzeit noch nicht verfügbar. Vorbeugen lässt sich nur durch Kondome beim Geschlechtsverkehr und sterile Spritzutensilien beim Drogenkonsum.

Hepatitis D

Nur bei einer vorhandenen Hepatitis B kann es zusätzlich zu einer Infektion mit Hepatitis D kommen, da der Erreger zur Vermehrung die Hülle des Hepatitis B-Virus benötigt. Übertragen werden kann der Virus beim Blutaustausch, ungeschützten Sexualkontakten und während der Geburt von der Mutter auf das Kind. Die Inkubationszeit kann von einen Monat bis zu einem halben Jahr betragen. Bei bestehender Hepatitis B-Infektion entwickelt sich sehr häufig eine chronische Hepatitis D. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D.

Hepatitis E

Übertragungsweg und Krankheitsverlauf der Hepatitis E sind nahezu identisch mit der A-Form der Hepatitis. Eine spezielle Therapie gibt es nicht, der Infektion kann auch nicht durch Impfung vorgebeugt werden.

Hepatitis G

Erst vor einigen Jahren ist der Hepatitis G-Virus entdeckt worden und man geht davon aus, dass auch er eine Leberentzündung auslösen kann, die aber einen harmlosen Verlauf hat. Die Übertragungswege sind die gleichen wie die der Hepatitis C, daher bestehen die gleichen Schutzmöglichkeiten.